Komplexe Beats & Variationen
Ein guter Beat sollte einen besonderen Charakter haben, um sich von der Masse und vom Standard abzuheben. Er sollte also nicht nur aus einem Kick, einer HiHat und einem Clap bestehen, sondern etwas komplexer sein. Trotzdem sollte er sich für (zumindest für tanzbare House Musik) an dem Standardrhythmus (siehe vorherige Seite) orientieren.
Man kann viele zusätzliche Samples (außer Melodie, Bassline, Vocals usw.) in einen Beat einbauen, um ihn besser und ansprechender zu gestalten. Beispiele: Shaker, Rasseln, Snare Drums, Trommeln, Congas, Bongos (Tribal House), Triangeln, Maschinengeräsche (Industrial, Schranz), eigenartige Knack-Geräusche, Pfeifen, im Grunde alles, was sich rhythmisch anpassen lässt und eine präzise Betonung zulässt.
2 Beispiele für einen etwas komplizierteren Loop:
Beispiel hören
Dieser Beat hat statt Clap eine Snare, und zusätzlich zum Grundgerüst noch 3 verschiedene Rimshots (wenn man auf den Rand einer Snare haut) zwischen den Kicks. Außerdem habe ich 2 verschiedene Bassdrums benutzt, um einen breiteren und härteren Kick zu erzeugen. Die Rimshots zwischen Kick und Hihat (also die Steps Nr.3; 7; 11; 15; 19; 23 usw.) sind geshuffelt (Shuffle). Das bedeutet, dass sie eigentlich zwischen ihrem Step und dem Nächsten Step liegen. Sie sind um einen halben Step nach rechts verschoben. (Also eigentlich: Step Nr. 3,5; 7,5; 11,5; 15,5; 19,5; 23,5 usw.). Der Beat hat so eine Art Swing-Rhythmus. Das kann man hier aber nicht sehen, weil man es woanders einstellt.
Als Beispiel zum Thema Shuffle ist hier noch einmal der gleiche Beat ohne Shuffle: Beispiel hören
Beispiel 2:
Beispiel hören
Dieser Loop hat fast alles doppelt: Kick, Clap, Shaker, usw. Dafür besitzt er keine Hihat. Die Shaker ersetzen sozusagen die Hihats zwischen den Kicks. Außerdem kommt vor jedem Clap (also vor Kick 2 und Kick 4) ein rückwärts abgespielter Clap.
Dadurch wird der Akzent der Claps auf 2 und 4 herorgehoben. Dieser Beat ist nicht geshuffelt.
Man sollte Beats immer etwas komplexer gestalten, denn dadurch klingen sie voller und nehmen mehr Raum ein.
Eine weitere gute Form der Variation ist eine kleine Veränderung mitten im Beat (z.B. ein Echo auf einer Snare), die nur ein einziges Mal vorkommt. Dies ist deswegen so, weil viele Künstler verschwenderisch mit guten Effekten umgehen, um damit den Track aufzuwerten. Den besten Effekt haben aber in Wirklichkeit einmalige Variationen.
Gute Beispiele hierfür wären der Mylo Remix von "Freeform Five - No more Conversations" (House), der Trentemöller Remix von "Royksopp - What else is there" (House) oder die Musik von Infected Mushroom (Trance).
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